003 - Spiele gegen Lauterecken

Nostalgie – Spiele gegen den SV Lauterecken

 

Ein Rückblick von BLOCK 8 Redaktionsmitglied Uwe Graff.

 

Der TuS Bedesbach-Patersbach und der SV Lauterecken sind in der Vergangenheit nicht allzu oft aufeinander getroffen, dennoch hat Spielleiter Leyser trotz Zeitnot in seinen Memorabilien gewühlt und Informationen zu einigen Begegnungen bereitgestellt.

 

 

Schwerpunkt unserer Betrachtungen ist die Saison 1988/1989, in welcher der TuS unter seinem damaligen Trainer Ralf „Krawallo“ Gehm mithin seine wildesten Zeiten hatte. Am 21.08.1988 musste der neue Coach mit seiner Truppe am ersten Spieltag in Lauterecken zum Auswärtsspiel antreten. In der von ihm aufgestellten Mannschaft bildeten Axel Nicklas und Alex „Kohler“ Rösner (Spielführer) vor Torwart Michael Scherne die Innenverteidigung, während Mathias Kinder und Stefan Nicklas als gestandene Abwehrspieler auf den Außenbahnen agierten. Im defensiven Mittelfeld standen Gernot „Stammbacher“ Jung und Jürgen „Ungel“ Saar, davor Markus „Mäx Maus“ Hirsch und Spielertrainer Gehm, im Angriff das kopfballstarke Duo Karl-Ludwig Mahler und Rudi Zaharanski. Das Spiel wurde von Lauterecken druckvoll begonnen und bereits in der 10. Minute ging die Heimmannschaft mit 1:0 durch M. Prass in Führung. Diese konnte nach etwa einer halben Stunde zwar durch einen von K.-L. Mahler verwandelten Foulelfmeter egalisiert werden, in der 44. Minute war es jedoch erneut A. Prass, der seine Farben nach schöner Einzelleistung mit 2:1 in Führung brachte. In der 54. Minute erzielte F. Schulz das 3:1 und knapp 10 Minuten später stellte U. Schuster den 4:1 Endstand her. Das Match war von einigen Härten geprägt, und bereits in der ersten Halbzeit musste der quirlige Markus Hirsch nach einem bösen Tritt eines Lauterecker Spielers mit einer Schienbeinverletzung gegen den jungen Reiner Henn ausgetauscht werden. Es kam, was kommen musste und in dieser Zeit auch des Öfteren passierte! Durch das verletzungsbedingte Ausscheiden seines kleinen Bruders sowieso schon gereizt, trat Harry „Harro“ Hirsch nach seiner Einwechslung für Alex Rösner angesichts der sicheren Niederlage frustriert zu und quittierte folgerichtig die knallrote Karte und eine sich anschließende 14-tägige Sperre. Die wie immer zahlreich mitgereisten Fans des TuS Bedesbach-Patersbach waren angesichts dieses klassischen Fehlstarts ihrer Mannschaft restlos bedient und machten sich bitter enttäuscht von dannen!

 

 

Auch das Reserveteam mit Joachim „Woody“ Schäfer im Tor, Dirk „Barney“ Born, Thomas „Toni“ Faul, Andreas Leyser und Peter Drumm im Abwehrverbund, Guido Kappel, Christian „Schotti“ Schott und Andreas Grub im Dreier-Mittelfeld, sowie Christian Berger, Helmut „Gärtner“ Zaharanski und Harald „Schille“ Wagner im Angriff musste eine knappe 2:3 Niederlage verkraften, wobei Berger und Zaharanski die beiden Tore für den TuS erzielten. Auch dieses Spiel war nicht gerade ein Kaffeekränzchen, was die gelben Karten für A. Leyser, G. Kappel und den eingewechselten Andreas Hundt beweisen.

 

 

Wenige Monate später kam es dann am 20.11.1988 zum Rückspiel im heimischen Glantal-Stadion. Die Mannschaft war umgestellt worden, Stefan Nicklas fehlte verletzt und Mathias Kinder musste zunächst auf die Bank. Für diese beiden rückten Harry Hirsch und Reiner Henn ins Startteam. Darüber hinaus gab Ralf Gehm nunmehr den klassischen Libero hinter dem Vorstopper H. Hirsch. Axel Nicklas und Alex Rösner fungierten diesmal als Manndecker und Markus Hirsch spielte direkt hinter den Spitzen. Und diese Umstellungen erwiesen sich als goldrichtig! Nachdem Spielertrainer Gehm gegen den als Tabellenführer angereisten SV Lauterecken bereits in der 4. Minute die gelbe Karte gesehen hatte, konnte Rudi Zaharanski kurze Zeit später nach einer Flanke von K.-L. Mahler mit einem wuchtigen Kopfstoß das 1:0 erzielen. Auf dem kaum bespielbaren Boden entwickelte sich ein typisches Kampfspiel, in dem Lauterecken in der 28. Minute durch einen von Schellenberger direkt verwandelten Freistoß ausgleichen konnte. Von seinem zahlreichen Anhang frenetisch nach vorne gepeitscht, war es schließlich Markus Hirsch, der ebenfalls einen  Freistoß direkt ins gegnerische Gehäuse zirkelte und damit den TuS auf die Siegerstraße brachte. In der 90. Minute haderten die Gäste mit dem Schiedsrichter und verlangten vergeblich einen Elfmeter, kurze Zeit später wurde die Begegnung abgepfiffen und Bedesbach-Patersbach hatte unter dem Jubel seiner Fans glücklich, aber nicht unverdient den Tabellenführer gestürzt! Nach diesem Spieltag war Einöllen mit 21:7 Punkten Erster, gefolgt von Lauterecken (20:8) und dem TuS Bedesbach-Patersbach (19:7) mit einem Spiel weniger.

 

Die 2. Mannschaft feierte ein wahres Schützenfest und schickte das Reserveteam des Gegners mit 7:2 nach Hause. Im Tor stand dabei, man lese und staune, Dieter Stutzkeitz, im Vergleich zum Vorspiel neu in der Mannschaft waren daneben Willy Ruth, Helmut „Hackl Schorsch“ Gilsdorf, Karl-Heinz „Carlo“ Dick und Ralf Stemmler. Eingewechselt wurden später noch Harry Graff und Guido Höbel. Bereits bis zur Halbzeit war durch zwei Tore von Stemmler und einen Treffer von Gilsdorf mit 3:0 eine Vorentscheidung gefallen. Nach Wiederanpfiff erhöhten Stemmler durch seine Tore drei und vier, sowie Berger und Drumm bei zwei Gegentreffern das Ergebnis in schöner Regelmäßigkeit. Erwähnenswert in der jederzeit fairen Begegnung, bei der noch nicht eine gelbe Karte gezogen werden musste, ist vielleicht noch, dass Dieter Stutzkeitz beim Stande von 4:0 in der 55. Minute einen Elfmeter verschoss!

 

 

Der Rest ist Legende – der TuS Bedesbach-Patersbach stieg am Ende der Saison mit 40:12 Punkten und einer Tordifferenz von 80:33 vor Lauterecken und Einöllen auf. „Ladde’s Statistiken“ ist zu entnehmen, dass allein Rudi Zaharanski dabei 32 Tore erzielte, gefolgt von Reiner Henn mit 16, Karl-Ludwig Mahler mit 10 und Markus Hirsch mit acht Buden. Bei den Strafen hielten Harry Hirsch mit einer roten und sieben gelben Karten, sowie vier 10-Minuten-Zeitstrafen und Ralf (nomen est omen) „Krawallo“ Gehm (eine rote und fünf gelbe Karten, sowie drei Zeitstrafen) ungefährdet die Spitzenpositionen. Die meisten Einsätze hatten Harry und Markus Hirsch mit jeweils 25 Spielen, gefolgt von Jürgen Saar und Reiner Henn mit je 24 Auftritten in der 1. Mannschaft.

 

 

Auch die Reservemannschaft belegte am Ende mit 41:11 Punkten und 79:36 Toren den ersten Platz. Top-Torschützen waren dabei Ralf Stemmler (22 Treffer, darunter zwei Elfmeter), Christian Berger (13) und Helmut Gilsdorf (12, darunter ein Elfmeter). Die meisten Einsätze verzeichneten Harald Wagner und Guido Kappel (jeweils 22 Spiele), gefolgt von Dirk Born und Ralf Stemmler (jeweils 20). Interessant mit Blick auf die 1. Mannschaft ist ein Vergleich der insgesamt erhaltenen Strafen: Hier war das Reserveteam mit lediglich einer gegenüber drei roten Karten, 18 gegenüber 27 gelben Karten, sowie acht gegenüber 16 Zeitstrafen eindeutig die „fairere“ Einheit!

 

 

Soviel zum nostalgischen Blick in die TuS-Vergangenheit und zurück zur Gegenwart. Zum letzten Heimspiel der Saison erhoffen wir uns heute noch einmal einen klaren Sieg unserer jungen Truppe und wünschen der Begegnung in diesem Sinne einen spannenden, jederzeit fairen Verlauf und einen würdigen Sieger!

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